Samstag, 5. September 2009

Fürbitten

Warum raffe ich mich nicht auf und bete? Es gibt so viel Anlass für Lob und Dank, soviel Anlass zur Fürbitte, soviel Anlass zur Bitte, nicht das meine Wünsche erfüllt werden, sondern dass ich mehr Vertrauen und Mut habe?

2 Kommentare:

  1. Das ist ein springender Punkt im Christsein. Man glaubt, aber tut leider nicht das, was die Bibel vorgibt. Man sucht sich die Stellen aus, denen man Gehorsam schenken möchte. Und predigt allen Christen bei, sie sollen sich bekehren.
    Na ja, so ist und wird es immer sein, solang man sich nicht selbst hört.

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  2. Auf sich selbst hören ist auch gut, aber noch entscheidender ist es auf Gott, auf Gottes Wort zu hören. Manchmal bete ich das Vaterunser, nicht weil es eine Formel ist, sondern weil ich die Aussage bejahe.
    Die persönliche Anrede ist für mich wichtig. "Unser tägliches Brot gibt uns heute" bedeutet für mich, dass ich ich dafür bete, dass nicht nur ich, sondern alle Menschen bekommen, was sie brauchen und das ich dafür tun soll, was ich kann, damit das möglich wird. "so wie auch wir vergeben unseren Schuldigern" erinnert mich daran, wie schwer es ist, nicht nur mit Worten zu vergeben, sondern den anderen mit Vertrauen und Offenheit zu begegnen. "Denn Dein Reich komme" erinnert mich daran, dass das Reich Gottes erst angebrochen ist, das wir Zeichen des Gottes Reiches in unserer Welt wahrnehmen können, aber das Reich Gottes selbst noch nicht da ist, noch nicht vollendet ist und auch nicht durch uns herbeigebracht werden kann, so sehr wir auch die Aufgabe haben, die Zeichen des Reiches Gottes in der Welt zu vermehren. "Denn Dein Wille geschehe" - Nicht mein Wille soll geschehen, auch bei noch so gut gemeinten Fürbitten. Antwort auf Gebet ist keine Wunscherfüllung. Sondern mein Gebet und mich selbst vertraue ich Gott an, vertraue auch dann, wenn es schwer ist, Leid und Ungerechtigkeit in der Welt zu ertragen.
    Aber weil genau dies so schwer zu akzeptieren und zu leben ist, bete ich vielleicht so selten.
    Doch gleichzeitig schließe ich meine Augen vor den Katastrophen dieser Welt und verdränge sie.
    Beten dagegen kann die Einstellung verändern und die Kraft zum Handeln schenken.
    Was fehlt noch zum Gebet, wenn ich mir sage: "Dafür solltest Du jetzt beten..." Es ist genau der Moment, mich anzuvertrauen und einzugestehen, dass etwas nicht in meiner Macht liegt.
    Aber auch Angst vor Konsequenzen? Angst vor Zweifel, falls meine Gebete nicht erhört werden? Angst, dass ich die Nachfolge radikaler realisieren muss?

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