Die Vision vom bedingungslosen Grundeinkommen ist das, was mir am Kommunismus – nicht dem real existierenden Sozialismus – immer gefallen hat und wo ich die Hauptberührung zwischen Christentum und Kommunismus gesehen haben.
Samstag, 12. September 2009
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Zugespitzer provozierender Kommentar: "der unterschied zwischen dem sozialisten und dem christen : der sozialist sagt, was dir gehört, gehört auch mir… der christ sagt : was mir gehört gehört auch dir"
AntwortenLöschenVor ca. 30 Jahren in der Schulzeit habe ich in einem Ausschnitt aus einer Frühschrift von Karl Marx diese mich faszinierende Vision gefunden: Die Menschen, jede und jeder einzelne, können arbeiten an selbstbestimmten Projekten und alle bekommen, was sie brauchen an Nahrungsmitteln oder Bildung oder Unterhaltung usw. Schon damals habe ich mir nicht vorstellen können, wenn wirklich jeder für sich entscheidet, was er gern tun möchte, dass dannn auch überhaupt genug Nahrungsmittel usw. für alle produziert werden können. Diese Vision ist zu schön, um wahr zu sein. Es kann nur eine Annäherung an diese Vision geben, wenn ich mich mit anderen abspreche und plane. Natürlich sollte sich jeder nach seinen Fähigkeiten einbringen können. Nur Kommunismus als Bewegung wie Marx sie bestimmt, Lenkung durch eine Partei und von der Regierung bestimmte Planwirtschaft bringen nicht näher an diese Vision. Ich habe damals in dieser Vision die jüdisch-christlichen Einflüsse bei Marx wahrgenommen. Das Ziel rechtfertigt aber nicht die Mittel.
AntwortenLöschenDer zugespitze Kommentar "was dir gehört, gehört auch mir" impliziert eine Enteignung oder gar Diebstahl. In der Realität sicherlich häufig passiert, aber ich habe den Kommunismus so verstanden, dass es um gemeinsames Eigentum geht und sich beide Seiten darüber geeinigt haben, was ihnen gemeinsam gehört - ähnlich wie in einer Familie die Wohnung als Ganze allen gemeinsam gehört - wenn auch jede und jeder eigene Bereiche hat. Gerade das Beispiel der Familie zeigt, dass Kommunismus nur in kleinen Gemeinden unter Bekannten ansatzweise möglich ist, nicht in großen Staatsgebilden.
AntwortenLöschen"Was mir gehört, gehört auch dir" - ist tatsächlich mein Lebensmotto. Das es anders herum sein könnte, ist mir fremd. Materielles und geistiges Vermögen bedeutet für mich Verpflichtung. Auch mit dem Gehalt, dass mir mein Arbeitgeber zahlt, kann ich nicht einfach nur persönliche Bedürfnisse befriedigen. Mit Geschenken, die ich bekomme, kann ich auch nicht leichtfertig umgehen. Gerne würde ich von meinem Vermögen auch mehr außerhalb meiner Familie verschenken - aber ich habe doch nur deswegen Geld übrig, weil meine Familie mich unterstützt und zumindest die Wohnungskosten sich durch Zusammenleben halbieren. Es ist nicht mein Geld, sondern gehört uns gemeinsam und ich kann es nicht gegen den Willen der anderen weggeben.
AntwortenLöschenFür mich war dies immer das Problem des reichen Jünglings: Alles bloß aufgeben, würde seiner Familie den Reichtum lassen und böte auch die Mööglichkeit zur Rückkehr in das alte Leben. Aber alles den Armen geben, geht nicht ohne Einwilligung der Familie und ändert tatsächlich die Verhältnisse.
AntwortenLöschenSelbstbestimmung hat mich als Jugendliche angezogen im Gegensatz zur Fremdbestimmung durch Eltern, Lehrer, Mitschüler. Selbstbestimmung im Hören auf das Wort Gottes, das genau unabhängig und frei von der Meinung der anderen macht, habe ich gesucht. Selbstbestimmung heißt nicht Selbstverwirklichung auf Kosten anderer, sondern impliziert die Verantwortung.
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