Dienstag, 2. März 2010

Schuld

Menschen können nicht der Schuldverstrickung entkommen. Ob ich etwas tu oder etwas unterlasse. In den allermeisten Fällen hat eine Entscheidung, eine Handlung ambivalente Folgen. Gerade das Beispiel, in einer Kriegssituation das Leben von Kameraden retten, zeigt das. Das isolierte Retten als solches ist gut, unabhängig davon, ob der Krieg gerecht oder ungerecht ist. Wenn bei dieser Rettungsaktion für einen Einzelnen eine ganze Stadt drauf geht, vielleicht nicht einmal, weil man sie beschossen hat, sondern nur, weil man zu beschäftigt war, was gilt dann? Es gibt keine Rechnung, ab 10 zu 1 darf der Einzelne nicht mehr gerettet werden. Der Einzelne zählt immer. Aber gerade das macht es ja so schwierig. Daher dann kann man nur auf sein Gewissen bzw. Gott hören und spontan das tun, was in der Situation am meisten angemessen ist.

Seelsorger könnten auch helfen, mit der unvermeidbaren Schuld zu leben, statt zu sagen: "Du hast richtig gehandelt."

Das Wissen um die Schuldverstrickung und die unvermeidbare Schud macht mir klar, dass die biblische Sündenfallgeschichte wahr ist: Wir leben in der Sünde, im Abgetrenntsein von Gott. Wir können die Sünde nicht von uns aus selbst überwinden.

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